Warum Klimaneutralität nur ein Teil der Lösung ist

Warum Klimaneutralität nur ein Teil der Lösung ist - Winqs Sports

Immer mehr Unternehmen bezeichnen sich heute als klimaneutral. Wir im Übrigen auch. Doch obwohl der Ausgleich der eigenen CO2-Emissionen ein wichtiger Schritt ist, so ist er nur wenig wert, wenn eine Marke keine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt.

Sofern die Marge stimmt, ist es mittlerweile ein leichtes für jedes Unternehmen seine Geschäftsprozesse ausmessen und ihren CO2-Fußabdruck ausgleichen zu lassen. Und schon ist man nachhaltig, oder?

Weit gefehlt.

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass das Ausmessen des CO2-Abdrucks in der Regel aus zwei Teilen besteht, von denen einer oft massiv vernachlässigt wird. Der Company Carbon Footprint (CCF) erfasst zunächst alle administrativen Prozesse eines Unternehmens, etwa den Energiebedarf des Büros oder die Reisen der Mitarbeiter. Der Product Carbon Footprint (PCF) bezieht sich hingegen auf den Lebenszyklus der hergestellten Produkte.

Während die Vermessung des CCF in der Regel recht einfach und (je nach Unternehmen) auch günstig ausfällt, ist der PCF deutlich komplexer... und oft auch teurer. Viele Marken bezeichnen sich leider bereits als klimaneutral, obwohl sie ihren PCF gar nicht analysiert, geschweige denn ausgeglichen haben.

Nachhaltige Dauerschleife

Doch auch die, die es tun, dürfen nicht schon an dieser Stelle aufhören. Denn ein Unternehmen, das tatsächlich auf das Klima achtet, hat noch viel mehr zu erledigen.

Der Ausgleich sollte nämlich nur der letzte Schritt sein. Und eigentlich nicht einmal das. Ernsthaft klimaneutrale Unternehmen befinden sich in einer Dauerschleife. Sie vermessen ihren Ausstoß, setzen Maßnahmen um, um ihn zu reduzieren, vermessen ihn erneut und gleichen ihn aus. Und dann wieder von vorne.

Genau so arbeiten wir bei WINQS. Durch die Verwendung klimafreundlicher Materialien wie Algen, Holz, Lyocell und recycelter Stoffe sowie durch die Optimierung von Produktionsprozessen und Lieferketten reduzieren wir unseren CO2-Abdruck zunächst erheblich im Verhältnis zu konventionellen Sportmarken.

Im Anschluss an die Herstellung, vermessen wir gemeinsam mit der unabhängigen Stiftung MyClimate den Lebenszyklus jedes Produkts - von der Gewinnung und Verarbeitung der Materialien, über Transport und Verpackung, bis hin zur Nutzung und Entsorgung.

Lebenszyklus komplett vermessen

Viele andere Marken, oft die ganz Großen, die besonders lautstark auf die vermeintliche Klimafreundlichkeit ihrer Artikel hinweisen, nehmen die Sache mit dem kompletten Lebenszyklus nicht besonders ernst - nicht selten fehlen plötzlich Material oder die notwendige Entsorgung in der Gesamtrechnung.

Ein häufiges Problem sind auch die Klimaschutzprojekte, die zum Ausgleich der verursachten Emissionen dienen. Das Prinzip ist erst einmal logisch: Das Unternehmen finanziert ein Projekt, das der Atmosphäre über eine bestimmte Zeitspanne mindestens gleichviel CO2 entnimmt wie es ihr zugeführt hat.

Leider sind viele Projekte recht intransparent und beruhen auf Hypothesen. Wenn ein Unternehmen beispielsweise dafür zahlt, dass ein Stück Regenwald nicht abgeholzt wird, ist es manchmal nicht klar, ob es so tatsächlich gekommen wäre. Manche Projekte sind sogar schädlich, weil sie keine Rücksicht auf lokale Verhältnisse nehmen, in seltenen Fällen kommt es sogar zu Landraub.

Wann Offsets wirklich helfen

Es ist deshalb enorm wichtig Klimaschutzprojekte ordentlich zu prüfen und auf entsprechende Zertifikate zu achten. Sind die CO2-Einsparungen messbar? Gibt es durchgehend Kontrollen? Wird den Menschen vor Ort auch über die Offsets hinaus geholfen?

Obwohl Offsets, also jene CO2-Ausgleichszertifikate, aus den benannten Gründen nicht den allerbesten Ruf genießen, so können sie doch ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel sein. Denn nur so, können Unternehmen, nachdem sie bereits ihre Emissionen reduziert haben, auch den Rest hinter sich aufräumen. Zumindest so gut es geht.